Ernst Klee:

»Euthanasie« im NS-Staat
Die »Vernichtung lebensunwerten Lebens«

Sachbuch, 1983

Ernst Klee hat in diesem umfangreichen Buch einen Aspekt der nationalsozialistischen Mordmaschinerie thematisiert, der nach 1945 lange unbeachtet und auch heute noch meist zweitrangig behandelt wird: Die Ermordung "lebensunwerten Lebens".

Dem Autor ging es nicht darum, Theoretiker und Pratiker an den Pranger zu stellen – auch wenn er immer wieder bitter feststellen muss, wie selten diese Leute nach 1945 zur Rechenschaft gezogen wurden und statt dessen unbehelligt und uneingeschränkt praktizieren durften. Ernst Klee war vielmehr bemüht, die Organisation und Hintergründe dokumentarisch zu belegen und so dem Leser verständlich zu machen – so weit dies überhaupt irgendwie möglich ist. Daher kommen in diesem Buch die (mühsam und langjährig) zusammengetragenen Quellen ausgiebig zu Wort: Briefe, Erlässe, Publikationen, Urteile, Zeugenaussagen, Rundschreiben, …

In beklemmender Weise zeichnet das Buch den Weg von den ersten sozialdarwinistischen Überlegungen zur gewaltigen, industriellen Massenvernichtung von Geisteskranken, (Kriegs)Invaliden, Epileptikern, Nichtsesshaften, Alten, Alkoholikern, Schwermütigen, Arbeitslosen, Fürsorgeempfängern und "Asozialen" – ein Begriff mit einem enormen Interpretationsspielraum, wie zahlreiche Beispiele belegen.

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20.5.2005

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Ernst Klee: »Euthanasie« im NS-Staat

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