M – Eine Stadt sucht einen Mörder

Spielfilm, D 1931. Regie: Fritz Lang

Handlung

Während Mutter Beckmann zuhause das Mittagessen für ihre Tochter Elsi kocht, verlässt diese gerade die Schule. Auf dem Heimweg spielt sie mit ihrem Ball. Als sie ihn gegen eine Litfasssäule wirft, fängt die Kamera den Text eines der Plakate ein:

10 000 Mark Belohnung!
Wer ist der Mörder?

Das spielende Kind wird von hinten angesprochen:

»Du hast aber einen schönen Ball …«

Der Mann versteht es offenbar, das Vertrauen des kleinen Mädchens zu gewinnen. Elsi geht mit dem Unbekannten mit. Bei einem Blinden kauft er ihr einen Luftballon. Unterdessen macht sich Elsis Mutter langsam Sorgen, wo ihre Tochter bleibt.

Schnitt. Elsies Ball rollt aus einem Gebüsch auf eine Wiese, ihr Luftballon schwebt frei gegen die Leitungen eines Strommasten. Die kleine Elsi Beckmann ist das Opfer eines Kindermörders geworden, der die BewohnerInnen Berlins seit einiger Zeit in Wut und Angst versetzt.

Doch die Polizei ist ratlos, da der Täter keine (damals) erkennbaren Spuren hinterlässt, Zeugen einander widersprechen und der Bevölkerung jeder Mann verdächtig erscheint, der mit Kindern gesehen wird. Trotz aller Überstunden, Sonderschichten, Razzien und Durchsuchungen haben die Kriminalisten kaum einen Anhaltspunkt, nur eine schriftliche Mitteilung des Mörders, die der Öffentlichkeit "unterschlagen" wurde.

Der Mörder wendet sich mit einem Zettel an die Presse. Die handschriftliche Notiz – in der es unter anderem heißt: Ich bin noch lange nicht am Ende! – liefert der Polizei zwar neues Material, aber ein Durchbruch bei den Ermittlungen scheint fern.

Inzwischen leidet die Verbrecherwelt unter der Polizeipräsenz und den ständigen Durchsuchungen und Überprüfungen. Die "Ringorganisation" tritt zu einer Krisensitzung zusammen: die Einnahmen gehen gegen Null, die Rücklagen sind aufgebraucht; wenn der Mörder nicht bald gefasst wird, ist die Organisationen pleite. (Trotz aller Organisation und Verbrechen sieht man sich als Opfer der sozialen Umstände. Man "arbeitet" ja um zu überleben.) Die Unterwelt beschließt, den Mörder auf eigenen Faust ausfindig zu machen. An eine Zusammen- oder Zuarbeit mit bzw. für die Polizei wird dabei nicht gedacht, denn die Organisation hat äußerst radikale Vorstellungen der Bestrafung:

Schränker: »… diese Bestie muss ausradiert werden!«

Die unauffälligen – weil allerorts zahlreich vertretenen – Bettler ziehen ein engmaschiges Netz um den Mörder …

Kritik

Die heutige Fassung von M – Eine Stadt sucht einen Mörder wurde im Jahr 2000 rekonstruiert, da die Originalversion (117 min.) nicht erhalten geblieben ist. Dabei wurde der (deutlich kürzeren) Kinoversion von 1960 Filmmaterial hinzugefügt, das aus erhaltenen Filmrollen von Originalkopien stammte.

Die Handlung des Films ist u.a. vom Fall des Peter Kürten inspiriert; der sogenannte "Vampir von Düsseldorf" hatte 1929 eine Serie von Morden begangen und war nach einer vielbeachteten Fahnung geschnappt und 1931 zum Tode verurteilt worden.

Die ausführliche Beschreibung der Ermittlungsarbeiten zu Beginn von M – Eine Stadt sucht einen Mörder, wenn der Polizeipräsident dem Minister berichtet, ist ein eindrucksvolles Zeugnis der kriminaltechnischen Möglichkeiten um 1930.

Nahezu zeitlos aktuell ist freilich das Tribunal – »Hier sitzen lauter Sachverständige in Rechtsfragen!« – am Ende des Films, wenn der Kindermörder und sein "bestellter" Verteidiger versuchen, gegen die aufgebrachte Menge zu argumentieren. Gerade diese berühmte Szene veranlasste das NS-Regime 1934 zum Verbot des Films.

Besetzung

Hans Beckert   … Peter Lorre
Karl Lohmann   … Otto Wernicke
Schränker   … Gustaf Gründgens
Polizeipräsident   … Ernst Stahl-Nachbaur
Bauernfänger   … Theo Lingen

Regie: Fritz Lang
Drehbuch
: Thea von Harbou und Fritz Lang

DVD

Filmlänge:   ca. 106 min.
Ton:   Mono
Sprachen:   Deutsch

Extras:

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7. August 2006

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