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Gaius Iulius Caesar

Biographie:

Die Iulier gehörten zu den ältesten Familien Roms: Sie führten ihren Stammbaum zurück auf Iulus, den Sohn des Aeneas, also in direkter Linie zu den trojanischen Vorfahren Roms und zur Göttin Aphrodite. Dennoch mischte diese Familie eher selten in der hohen Politik mit. Das änderte sich erst mit dem um 100 v.Chr. geborenen Gaius Iulius Caesar.

Sechzehn Jahre war Cäsar beim Tod seines Vaters. Im nächsten Jahre wurde er zum Priester des Jupiter ernannt; gleichzeitig ließ er sich von seiner Frau Cossutia scheiden; […] Darauf vermählte er sich mit Cornelia, einer Tochter Cinnas, der viermal Konsul gewesen war. Sie schenkte ihm sehr bald eine Tochter namens Julia. Durch kein Mittel ließ sich Cäsar vom Diktator Sulla zur Scheidung von ihr zwingen. Zur Strafe dafür verlor er sein Priesteramt, die Mitgift seiner Frau, seine Ansprüche auf alle Familienerbschaften und wurde ferner als Anhänger der Gegenpartei Sullas betrachtet. – Sueton: Caesarenleben, Caesar 1 (Ü: Max Heinemann)

Doch Freunde Caesars konnten Sulla schließlich überreden, Caesar zu begnadigen. Der Mann, der 82 v.Chr. mit seinen Legionen Rom eingenommen hatte und mit Gewalt die Herrschaft der Anhänger des Marius und des Cinna beendete, um die alte Adelsherrschaft wiederherzustellen, soll dabei gewarnt haben:

»… daß der Mann, dessen Rettung Ihr so dringend wünscht, einst die von uns gemeinsam verteidigte Adelspartei vernichten wird. Denn in Cäsar steckt mehr als ein Marius.« – Sueton: Caesarenleben, Caesar 1

Dennoch verbrachte Caesar die Zeit der Herrschaft Sullas lieber außerhalb Roms. Erst nach dem Tod Sullas (78) kehrte er nach Rom zurück. Als Soldat diente er in den östlichen Provinzen, studierte Rhetorik und versuchte als Gerichtsredner (in Rom) Bekanntheit zu erlangen. Seine militärischen Abenteuer, seine Liason mit dem König Nikomedes und die Entführung durch Piraten lieferten reichlich Stoff für spätere Caesar-Biographen.

Vom Tribun zum Konsul (73–59)

Seine Ämterlaufbahn begann C. Iulius Caesar als Kriegstribun. Und er macht von Anfang an keinen Hehl aus seiner Gegnerschaft zur Adelspartei. Nach dem Tod seiner Frau Cornelia heiratete er Pompeia, von der er sich aber nach dem Skandal (62) mit Clodius Pulcher wieder scheiden ließ. Als Quaestor (um 70) war Caesar in Hispania Ulterior tätig und wurde danach in den Senat aufgenommen. Als Aedil (65) gewann er zwar dank seiner aufwändigen Spiele und Ausschmückungen hohe Popularität beim Volk, häufte damit aber gewaltige Schulden. Diese wuchsen durch die enormen Bestechungsgelder bei seiner Kandidatur (63) für das höchst angesehene Amt des pontifex maximus: der krasse Außenseiter gewann überlegen. Caesars Rolle bei der Catilinarischen Verschwörung (63, siehe Cicero) war und ist umstritten.
62 v.Chr. war Caesar Praetor und es gelang ihm, sich (als Propraetor) die Statthalterschaft über Hispania Ulterior zu sichern. Ehe er dorthin aufbrechen konnte, musste er erst seine aufgebrachten Gläubiger beruhigen. Der reiche Marcus Licinius Crassus half ihm mit einer großzügigen Bürgschaft. Seine Statthalterschaft nutzte Caesar nicht nur für militärische Erfolge, sondern vorallem auch zur Sanierung seiner Finanzen.

Nach seiner Rückkehr aus Spanien kandidierte Caesar für das Konsulat und ging dafür mit Crassus und Gnaius Pompeius (Magnus) ein politisches Bündnis ein, das später als das 1. Triumvirat bekannt wurde. Caesar nutzte sein Konsulat (59) optimal zur Durchsetzung der politischen Ziele des Triumvirats wie auch seiner eigenen. Am Ende war der politische Gegner, die Optimaten, dauerhaft geschwächt und Caesar mit einem 5-jährigen imperium als proconsul über Gallia Cisalpina, Illyricum und Gallia Transalpina ausgestattet – das 55 verlängert wurde.

Der Gallische Krieg (58–51)

Der Versuch der Helvetier, durch die Gallia Narbonensis in andere Teile des (freien) Galliens zu gelangen, lieferte Iulius Caesar den ersten Grund militärisch einzugreifen. Danach konstruierte Caesar eine (mögliche) Bedrohung durch den (von Rom anerkannten) Ariovist. Nach dem Sieg über Ariovist zog sich Caesar aber nicht auf römisches Gebiet zurück, sondern bliebt mit seinen Legionen im "freien" Gallien. Die aufgebrachte Stimmung der keltischen Stämme deutete Caesar als weitere Bedrohung und begann seine Kriegszüge, an deren Ende die völlige Unterwerfung Galliens stand. (Details zum Gallischen Krieg siehe Caesar: Der Gallische Krieg)

Der Bürgerkrieg (49–45)

Als Caesars imperium ablief, pochte er auf die einstige Zusage, sich 49 auch in Abwesenheit (von Rom) für das Konsulat (für das Jahr 48) bewerben zu dürfen. Doch mittlerweile hatten sich die innenpolitischen Verhältnisse deutlich zu Ungunsten Caesars entwickelt: Crassus war 53 in einem von ihm mutwillig begonnenen Krieg gegen die Parther gefallen; Pompeius hatte sich nach dem Tod seiner Frau Iulia, der Tochter Caesars, von seinem Schwiegervater entfernt: eifersüchtig auf dessen militärischen Erfolge fürchtete er Caesars Macht und versuchte sich durch Annäherung an die wieder erstarkte Optimatenpartei selbst an die Spitze Roms zu bringen.

Statt seine mittlerweile 10 Legionen wie von seinen Gegenern gefordert zu entlassen, überquerte Caesar am 10. Jänner 49 den Rubicon, die Grenze des entmiltarisierten Italiens, in Richtung Rom, da er wußte, dass er ohne ein (immunisierendes) Amt (politisch) am Ende wäre. Der Beginn des Bürgerkriegs.

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern (wie z.B.: Sulla) und vielen Nachfolgern (z.B.: Augustus) begegnete Caesar vom Beginn des Bürgerkriegs an seinen politischen und militärischen Gegnern nicht mit rücksichtslosem Vernichtungswillen: keine Proskriptionlisten, keine Hinrichtungen. Caesar hielt es für (seiner) würdiger (und psychologisch klüger), dem besiegten Feind – Römer! – mit Milde (clementia) zu begegnen, eine (öffentliche) Begnadigung für effektiver als die physische Vernichtung des Gegners.

Unter der Führung des Pompeius sammelten die Optimaten in Illyrien ein gewaltiges Heer, während Caesar (und seine Gefolgsleute) Italien, Sizilien und Sardinien übernahmen und im Handstreich die in Spanien stehenden Legionen ausschalteten. Erst danach wandte sich Caesar dem Hauptheer seiner Gegner zu. Nach einer Niederlage bei Dyrrachium – die Pompeius nicht ausnutzte – siegte Caesar in der Schlacht bei Pharsalos (48).

Dem fliehenden Pompeius folgte Caesar nach Ägypten. In Alexandria wird ihm – in der irrigen Annahme Caesar damit zu erfreuen – der Kopf des getöteten Pompeius überreicht. Caesars Versuch, die geschwisterlichen Thronstreitigkeiten zu regeln, mündeten in einen Aufstand und schließlich in den bellum alexandrinum, der mit dem Tod Ptolemaeus (XII.) und der Einsetzung von (Caesars Geliebter) Cleopatra als Alleinherrscherin endet.

Über die östlichen Provinzen – "Veni, vidi, vici" – kehrte Caesar 47 nach Rom zurück, um 46 nach Africa überzusetzen, wo sich inzwischen seine Gegner neuformiert hatten. Nach der Schlacht bei Thapsus ist die republikanische Opposition militärisch bezwungen. Cato beging in Utica Selbstmord, um sich so einer Begnadigung durch Caesar zu entziehen, dem er dieses Recht, ein Herrenrecht, absprach.

Nur der schlechten Statthalterschaft des Caesarianers Longinus war es zu verdanken, dass die Söhne des Pompeius (zusammen mit Labienus, einem einst höchst verdienten Legaten unter Caesar) in Spanien einen Aufstand anzetteln konnten, den Caesar 45 in der Schlacht von Munda niederschlug.

Caesars Herrschaft (48–44)

Ab dem Sieg von Pharsalos (48) wurde der (in Abwesenheit seiner Gegner) gewählte Konsul Caesar mit immer größeren Ehrungen und Privilegien ausgestattet, die bald monarchistische Züge annahmen: Diktatur, mehrjähriges Konsulat, Entscheidungsgewalt über Krieg und Frieden, mehrjährige Diktatur, …
Nach seinem Sieg bei Munda stattete der Senat Caesar mit Vorrechten aus, die für einen republikanischen Beamten undenkbar waren: Ihm wurden Heer und Finanzen unterstellt, er durfte Männer in den Patrizierstand erheben, den Titel imperator als erblichen Namen führen, die Volkseinteilung vornehmen, spezielle Gewänder tragen, … Ja es gab sogar deutliche Anzeichen seiner (bevorstehenden) Apotheose:

… er ließ es auch geschehen, daß man ihm Ehren zuerkannte, welche jedes vernünftige Maß menschlicher Würde überschritten: den goldenen Sessel im Senat und bei Gericht, einen Götterwagen mit einer Tragbahre darauf für seine bei der Prozession im Zirkus mit Götterbildern aufgeführte Statue, Tempel, Altäre, Aufstellung seines Bildnisses neben den Götterbildern, einen Platz an der für die Götter bestimmten Festtafel … – Sueton: Caesarenleben, Caesar 76

Iulius Caesars Herrschaft war unmissverständlich die eines – vorerst noch mit republikanischen Titel ausgestatteten – Monarchen, der sich gegen eine Vergöttlichung seiner Person zumindest nicht wehrte.

Die ungeheure Macht nutzte Caesar für eine Vielzahl von Reformen (Kalenderreform, Gerichtswesen, Provinzverwaltung) und Maßnahmen (Koloniegründungen außerhalb Italiens, Erhöhung der Senatorenzahl von 600 auf 900, Verleihung des Latinischen Bürgerrechts an keltische Stämme und Sizilien, …). Kein Zweifel: Caesar wollte aus dem Stadtstaat einen territorialen Staat machen – unter seiner Führung freilich.
(Zahlreiche weitere Maßnahmen und Pläne wurden Caesar von Späteren wenigstens zu gedacht).

Das Ringen um einen ihm gerecht werdenden Titel wollte Caesar nicht recht gelingen: die Königswürde und der Titel rex waren traditionell verhasst. Dass Caesar faktisch monarchisch regierte, änderte daran nichts. Im Februar 44 akzeptierte Caesar die dictatura perpetua.

Die Ermordung Caesars

Und der nunmehrige Diktator auf Lebenszeit drohte seinen wenigen verbliebenen Gegnern gänzlich außer Reichweite zu kommen: ein gewaltiger Kriegszug gegen die Daker und die Parther stand unmittelbar bevor. Caesar sollte den Oberbefehl ab dem 18. März 44 übernehmen und wäre ab diesem Zeitpunkt mit einer Leibwache beschützt, die er – in Friedenszeiten – ablehnte.

Am 15. März 44 ergriffen Caesars Gegner (unter der Führung von Cassius und Brutus) die vielleicht letzte Möglichkeit zum Tyrannenmord und töteten Iulius Caesar während einer Senatssitzung. Doch schon wenige Stunden danach war klar, dass ihre – naiv geplante – Tat die Republik nicht wiederherstellen wird; stattdessen verursachte sie nur einen neuerlichen Bürgerkrieg und ebnete Caesars Adoptivsohn und Erben, Octavius, den Weg zur Alleinherrschaft.

Bedeutung und Wesen

Der Erfolg Caesars beruhte zum einen auf einem ungeheuren Arbeitspensum, vieles soll er zeitgleich bewältigt haben, kein Problem war ihm so wichtig, als dass er andere aus den Augen verloren hätte. Während des Gallischen Krieges hielt ständigen Kontakt mit seinen Leuten in Rom und mischte so in der Innenpolitik mit, auf seinen Feldzügen schrieb er Gedichte oder kommentierte die Schriften anderer.

Seine Zielstrebigkeit und rasche Entschlussfreudigkeit verschafften ihm und seinem Handeln eine überlegene Schnelligkeit. Dabei scheute Caesar keinerlei Risiko. Im Gegenteil: des Öfteren handelte er nach der Devise "Alles oder Nichts" und sprang persönlich in die Dresche, spornte seine wankenden oder gar fliehenden Männer zum Durchhalten oder nochmaligen Angriff an.

Dass er dabei stets auch eine gehörige Portion Glück benötigte, verhehlte Caesar nicht. Aber er wartete nicht darauf, dass das Glück an seine Tür klopft, sondern versuchte dem Glück auf die Beine zu helfen oder es gar zu erzwingen. Wenn es eine Gottheit gab, der Caesar wirklich vertraute, war es Fortuna (Tyche).
Der berühmte Satz »Alea iacta est«, den er bei der Überschreitung des Rubicon gesagt haben soll, ist daher auch sicher falsch; der Würfel war nicht gefallen, die Sache nicht entschieden. Der Glücksspieler Caesar meinte wohl eher, nun den Würfel (aus dem Becher) zu werfen, wie es bei den Römern üblich war: das Schütteln im Becher und das Werfen bestimmt der Spieler, den fliegenden Würfel (und das Ergebnis) kann er hingegen nicht beeinflussen, sondern kann nur auf Fortuna hoffen.

Obwohl sein Tod nunmehr weit über 2000 Jahre zurückliegt, zählt Gaius Iulius Caesar weiterhin zu den berühmtesten Personen der Weltgeschichte. Selbst wenn man die antiken Quellen vorsichtig betrachtet, kann man sich der Faszination der Person Caesars nur schwer entziehen. Zur Bekanntheit des Namens Caesar haben aber auch Octavius – der spätere augustus hieß nach seinem (vergöttlichten) Adoptivvater Gaius Iulius Caesar divi filius Caesar – und der offizielle Titel Caesar beigetragen, von dem sich auch die späteren Titel Kaiser und Zar ableiteten.

Werke:

Caesars berühmtestes Werk Commentarii de bello Gallico dürfte wohl im Jahre 51 veröffentlicht worden sein. Eigentlich waren sie nur als Materialsammlung (für ein späteres Geschichtswerk) gedacht gewesen, doch die Zeit drängte und die ersten 7 Bücher wurden – vorallem zu Propagandazwecken – veröffentlicht. Das 8. Buch (mit den Geschehnissen 51–50) wurde erst nach Caesars Tod von Aulus Hirtius publiziert.

Erhalten geblieben sind auch Caesars De bello civili (3 Bücher) sowie Fragmente aus Briefen und Reden Caesars.

Im sogenannten Corpus Caesarianum sind weiters die Bücher De bello Hispaniense, Bellum Alexandrinum und Bellum Africanum enthalten, die allerdings nicht von Iulius Caesar stammen. Für das qualitätvollste der drei Bücher – Der Alexandrinische Krieg – wird meist Aulus Hirtius als Autor angenommen.

Verloren sind hingegen der Anticato – Caesars Antwort auf die (ebenfalls verlorene) Lobschrift Ciceros Cato (nicht zu verwechseln mit Cato maior. de senectute) –, das Gedicht Iter, die beiden Bücher De analogica und alle anderen Schriften und Gedichte.

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18.3.2005
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