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21. Dezember 2009
FPÖ–BZÖ–FKP-…
Keine österreichisches Lager kann auf dermassen zahlreiche Putschversuche und Abspaltungen zurückblicken, wie eben jenes, das mit Sicherheit am häufigsten auf Treue, Ehre und Ehrlichkeit wort(hülsen)reich pocht. Mittlerweile ist dieses "dritte Lager" in eine momentan unbekannte Zahl von Parteien gespalten.
- Als die ursprünglich als WdU gegründete FPÖ von ihrem Parteiobmann Norbert Stöger in Richtung einer liberalen Wirtschaftspartei entwickelt werden sollte, wird wird dieser auf dem Parteitag 1986 gestürzt. Dem neuem, betont nationalen Obmann Jörg Haider gelang es in den darauffolgenden Jahren vorallem durch einen aggressiven, xenophoben Kurs der Partei den Stimmenanteil der FPÖ bei den Nationalratswahlen kontinuierlich von rd. 5% auf 27% (1999) zu steigern.
Als zweitstärkste Partei in Österreich tritt die FPÖ in eine Koaltion mit der ÖVP ein, macht den ÖVP-Obmann Schüssel zum Kanzler … und zeigt augenscheinlich ihre Regierungsunfähigkeit. Bei den Nationalratswahlen 2002 verliert die FPÖ 34 ihrer 52 Mandate … und verbleibt dennoch in der Koalition mit dem großen Wahlsieger, der ÖVP.
Nach der überraschenden Gründung des BZÖ (siehe unten) verbleiben nur noch 2 Mandatare der FPÖ im Parlament. Doch der todgesagten FPÖ gelingen mit dem neuen Bundesparteiobmann Strache und den alten Parolen schnell wieder Wahlerfolge. Nur in Kärnten bleibt die FPÖ – dank der "Verräter" des BZÖ – bedeutungslos. - Das Liberale Forum (LIF) gründete sich 1993 durch den überraschenden Austritt von 5 Mandataren, die Haiders-Kurs nicht mehr mittragen wollten, aus dem FP-Klub. Bis 1999 kann sich das LIF als Partei im Parlament halten.
- Aufgrund der kläglichen Performance als Regierungspartei, leerer Kassen, verlustreicher Wahlen und interner Streitereien gründet Jörg Haider als Kärntner Landeshauptmann 2005 das BZÖ (Bündnis Zukunft Österreich). Letztlich wechseln die fast alle FPÖ-Mandare zum BZÖ.
Doch außer in Kärnten – wo sich das BZÖ "Freiheitliche in Kärnten" nennt – gelingt es dem BZÖ in keinem Bundesland richtig Fuß zu fassen. Nur Dank des überraschend deutlichen Wahlerfolg Haiders in Kärnten und seinem Einsatz in den anderen Bundesländern gelang dem BZÖ der Verbleib im österreichischen Nationalrat und eine Steigerung der Mandate.
Die Landtagswahlen in Frühjahr 2009 vermeiden offen ausgetragenen Personaldebatten nach dem Umfalltod Haiders. Dank der Verklärung des toten Landeshauptmanns und einfallsreicher "sozialen Zuwendungen" in Form von Geldspenden an die Kärnter Bevölkerung gelingt es dem BZÖ in Kärnten an der Macht zu bleiben. - Unzufrieden mit dem Kurs des Bundes-BZÖ überraschten am 16. Dezember 2009 einige Kärntner BZÖ-Spitzenfunktionäre ihre eigenen Funktionäre und Parteifreunde mit der Verbrüderung mit dem Feind: Die Kärntner Abgeordneten des BZÖ erklären als "Freiheitliche in Kärnten – FPK" – ihren Austritt aus dem Bundes-BZÖ-Klub und die Gründung eines eignen Kärntner Klub im Wiener Parlament – mit der FPÖ als Mutterpartei auf allen Bundesebenen, nach dem CDU/CSU-Modell in Deutschland!
Wofür 5 Mandatare nötig wären. Nach heutigen Stand haben sie allerdings nur 3 von 21, denn der 4. ist gleich wieder "zurückgewechselt" und erklärt jetzt "nie weg gewesen zu sein". Alle BZÖler behaupten "Haiders Kurs weiter verfolgen zu wollen", aber dieser Abgeordnete (namens Dolinschek) kann mit Sicherheit behaupten, momentan am authentischsten dem "Ich bin weg – Ich bin wieder da" nachzueifern.
Dennoch wird sich bestimmt eine "Kärntner Lösung" finden … die wieder einmal ganz Österreich berappen darf.
Die (Propaganda-)Schlacht zwischen den "heimatbewußten" Kärntnern und den übrigen Anhängern der "Bewegung Jörg Haiders" hat jedenfalls gerade erst begonnen! Die heutige BZÖ-Meldung vom Aufruf des Parteiobmanns Buchner zum "orangen Abwehrkampf in Kärnten aus" und "die tausenden Kärntner Mitglieder des BZÖ auf, sich gegen die Scheuch-Diktatur zu erheben" darf als Indiz gewertet bleiben, dass der Weihnachtsfriede im Hause der Haiderianer ein extrem kurzer sein wird.
Für jene Funktionäre, die augenblicklich nicht genau wissen, welcher Partei sie gerade angehören, hat das BZÖ übrigens eine Hotline eingerichtet.
21. Juli 2009
Zeitungszeugen
Sammeledition: Die Presse in der Zeit des Nationalsozialismus
Nachdem vergangenes Jahr die NachRichten die österreichische Geschichte zwischen 1938 und 1945 anhand von nachgedruckten Zeitungen und Originaldokumenten in 52 Ausgaben beleuchtet hat, ist 2009 die deutsche Geschichte an der Reihe.
In Zusammenarbeit mit diversen Instituten ist jede Ausgabe der wöchentlich erscheinende Publikation Zeitungszeugen einem speziellen Thema – chronologisch 1933 bis 1945 – gewidmet, beginnend mit der sogenannten Machtergreifung, also der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler.
Neben dem ansprechenden historischen Hauptartikel zum Thema gibt's wieder eine Chronikübersicht und Hintergrundinfos sowie freilich ausgiebige Erklärungen zu den beiliegenden Reprints (wieder 2 Zeitungen und ein Originaldokument).
Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten: www.zeitungszeugen.de
30. April 2009
1984

Die jungen Franzosen (aus Strassbourg), die sich nach George Orwells berühmten Roman benannt haben, haben im Herbst 2008 mit ihren Album Open Jail das stärkste abgeliefert, das ich seit langem gehört habe.
Hörproben + MP3-Downloads bei Amazon:
- Alle Titel: Open Jail
- Zum Einstimmen: 1984: Cache-Cache auf YouTube
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